Neumayer-Station III
Die Neumayer-Station III des Alfred-Wegener-Instituts steht auf dem rund 200 Meter dicken
Ekström-Schelfeis an der Atka-Bucht und ist die einzige deutsche Forschungsstation in der Antarktis, auf
der ganzjährig Menschen leben und arbeiten. Neun Überwinterer verbringen hier bis zu 15 Monate, über
weite Strecken nur per Funk mit der Außenwelt verbunden. Ganz oben auf der Station, in 29 Metern Höhe
über dem Garagenboden, liegt die Ballonhalle: Von hier startet das meteorologische Observatorium
täglich seine Wetterballons für die Höhensondierung der Atmosphäre, eine Messreihe, die zu den
wichtigsten Langzeitbeobachtungen der Antarktisforschung gehört. Die Halle muss sich dafür zuverlässig
öffnen lassen. Jeden Tag. Bei jedem Wetter.
Genau daran haperte es: Die vorhandenen Sektionaltore der Ballonhalle froren unter den antarktischen
Bedingungen immer wieder ein und mussten vor jeder Nutzung erst aufwändig aufgetaut werden, ein
täglicher Zeit- und Kraftakt für die Stationscrew, der den Messbetrieb spürbar belastete. Das
Alfred-Wegener-Institut suchte deshalb eine Torlösung, die dieses Problem konstruktiv löst statt es zu
verwalten. Die Anforderungsliste las sich wie ein Lastenheft für den Extremfall: Funktionsgarantie bei
Temperaturen bis -40 °C, Standsicherheit bei Windgeschwindigkeiten bis 63 m/s, also rund 227 km/h,
dazu absolute Korrosionsbeständigkeit, denn eine Reparatur ist am südlichsten Ende der Welt praktisch unmöglich.
BUCHELE konstruierte für die Ballonhalle zwei Tore mit hydraulischem Antrieb und integrierter Heizfunktion. Die Heizung ist dabei der entscheidende Punkt: Sie verhindert das Festfrieren von
Dichtungen und beweglichen Teilen und macht das mühsame Auftauen von Hand schlicht überflüssig.
Eine Beschichtung nach Korrosivitätskategorie C4 und sämtliche Beschläge in Edelstahl sorgen dafür,
dass die Elemente dem ewigen Eis dauerhaft standhalten. Für den Einbau entsandte BUCHELE
schließlich einen eigenen Monteur in die Antarktis. Er begleitete die Installation vor Ort und übergab beide
Tore funktionsbereit an die Stationscrew. Seither öffnet sich die Ballonhalle zuverlässig auf Knopfdruck,
bei jedem Wetter, das dieser Kontinent zu bieten hat. Ein Projekt, das wie kein zweites zeigt, wofür
BUCHELE steht: Spezialtore, die dort arbeiten, wo Standardlösungen längst kapituliert haben.
Ballonhalle der Neumayer-Station III (Ersatz für einfrierende Sektionaltore)
Beschichtung Korrosivitätskategorie C4, Beschläge komplett in Edelstahl






